Making it ()hole: the aesthetics of “structural adjustment” in the literature, economics, and culture of neoliberalism
Über dieses Buch
Widerstand ist ein wiederkehrendes Motiv neoliberaler Kultur. Doch dient es oft der Inszenierung der Unentrinnbarkeit des kapitalistischen Status Quo. Auf der Grundlage von Werken Don DeLillos, William Gibsons, Kathrin Rögglas und Fiston Mwanza Mujilas liest diese Studie die Literatur der letzten Jahrzehnte als Reflexionsraum für die Zeit des sogenannten „Endes der Geschichte“.
Das Konzept des „structural adjustment“, entlehnt aus dem Jargon der neoklassischen Ökonomie, erweist sich als analytischer Schlüsselbegriff. Es legt eine narrative Logik frei, in der Krise und Kritik in eine umfassendere Erzählung kapitalistischer Alternativlosigkeit eingebettet werden. In der Engführung von Ökonomie und Literatur wird gezeigt, wie das Paradigma der Strukturanpassung über den Bereich der Wirtschaftspolitik hinaus in ein allgemeineres kulturelles Muster diffundiert.
Literatur fungiert dabei als Raum, in dem die Grenzen und Möglichkeiten der Kritik verhandelt werden. Sie erweist sich als Sensorium historischer Veränderungen und setzt die autoritären Umbrüche der 2020er Jahre in Zusammenhang mit langfristigen Tendenzen des neoliberalen Programms der Strukturanpassung.
Chris Reitz studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promovierte dort 2024 an der Graduiertenschule Sprache & Literatur − Klasse für Literatur. Mittlerweile arbeitet er als Kurator. Er beschäftigt sich mit der Geschichte rechter Ideologien, Krisentheorien, Ökonomiekritik und Poetiken des Widerstandes.
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